BERLINER WIRTSCHAFT 11/16
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NEUE UNTERNEHMEN & MÄRKTE
BW:
Ihr Unternehmen beschrieben in einem Tweet…
Thomas Keup:
Gründermetro ist das Start-up-Magazin
mit den Geschichten hinter den Geschichten - unabhän-
gig, kritisch, klickbaiting-frei.
Welche geniale Geschäftsidee ist leider nicht von Ihnen?
Ich finde Car-Sharing ziemlich genial. Autos von der Stra-
ße weg über eine App auf Minutenba-
sis zu mieten, ist für mich Anlass gewe-
sen, nach 30 Jahren auf ein eigenes Auto
zu verzichten. Das funktioniert aber nur,
wenn man in der Innenstadt lebt und ar-
beitet.
Welchen bekannten Unternehmer würden
Sie gerne mal treffen (und warum?)
Ganz oben steht Prof. Dr. Gunter Dueck,
Ex-Chefvisionär der IBM, auf meiner Li-
ste - ein mutiger Mensch, der sich traut,
ungeliebte Wahrheiten auszusprechen.
International ist Investor Peter Thiel ein
Wunschpartner, da er ebenfalls nicht mit
dem Strom schwimmt.
Berlin ist für Unternehmer…?
... ein schwieriges Pflaster, denn Berlin
hat keine starke Industrie, wenig Fach-
kräfte und eine geringe Pro-Kopf-Kauf-
kraft. Hinzu kommt eine verantwortungslose Lokalpolitik,
mangelnde unternehmerische Denke und die Subventi-
onsmentalität in der Stadt.
Ihr Rat für junge Gründer und Unternehmer?
Gründer sollten sich an Hamburger Startups ein Beispiel
nehmen: Gleich über B2B nachdenken, die Idee reifen las-
sen, den Markt kritisch evaluieren und langfristig profes-
sionell agieren. So baut man Firmen, die nicht nach der
Pre-Seed-Finanzierung aufgeben müssen.
5 FRAGEN AN…
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THOMAS
KEUP
ist langjähriger Jour-
nalist und PR-Spezi-
alist. Er hat die Pres-
searbeit der Berliner
IT-Industrie geleitet
und engagiert sich
u.a. mit seiner Grün-
dermetropole in der
Start-up-Szene
{ Selbstständiger Publizist }
Thomas Keup
von Gründermetropole
Es sind beeindruckende Zahlen, die der
jüngst von der Technologiestiftung Berlin
vorgelegte Venture-Capital Report 2016
hervorgebracht hat: Etwas über zwei Mrd.
Euro – also stolze 68,9 Prozent des bun-
desweit betrachteten Venture-Capital
(VC)-Volumens – gingen 2015 an Berliner
Start-ups. Und die von diesen Unterneh-
men ausgehenden Beschäftigungsimpul-
se ließen sich zwischen 2011 und 2015 für
Berlin auf rund 17.000 Arbeitsplätze be-
ziffern.
Jenseits dieser Zahlen lohnt sich aber
auch der Blick auf die im Report formu-
lierten Handlungsempfehlungen. Denn
in der erfolgreichen Entwicklung als
VC-Standort stecken weitere Chancen,
die Berlins Wirtschaft unbedingt für sich
nutzen sollte. Der Schlüssel liegt – so die
Technologiestiftung – in einer stärkeren
Einbindung der Start-ups in die Berliner
Wirtschaftsszene. KMU könnten etwa
als VC-Geber bei jungen Firmen die Ent-
wicklung neuer Technologien befördern,
die neue Geschäftsmodelle ermöglichen
könnten. Sogenanntes Corporate-Ven-
ture-Capital (CVC) sollte durch mittel-
ständische Unternehmen stärker genutzt
werden, um auch so von Innovationen
aus dem Berliner Start-up-Ökosystem
profitieren zu können.
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VENTURE CAPITAL
ImMittelstand
stärker verankern
Start-ups können für KMU interessant sein
FOTOS: STEFAN KNY, GETTY IMAGES/MASKOT




