62 % 26 % 25 % 21 % 17 % 11 % 8 % Mängel in der Ausbildungsreife der Auszubildenden 15 39 57 61 16 27 44 31 25 85 Anteil besetzter Ausbildungsplätze Meldung von Ausbildungsstellen an die Agentur für Arbeit % % % % Ich stelle Mängel fest Ich stelle keine Mängel fest Ja, immer Ja, hin und wieder Nein Ja Nein Kann ich nicht beurteilen besetzt unbesetzt Ist die Wohnraumsituation in Berlin für Sie ein Problem bei der Besetzung Ihrer Ausbildungsplätze? Gründe, warum Unternehmen aktuell nicht ausbilden (Mehrfachnennungen möglich) Es lagen keine geeigneten Bewerbungen vor Es lagen keine Bewerbungen vor Ausbildungsvertrag wurde durch uns aufgelöst (innerhalb der Probezeit) Ausbildungsplätze wurden von den Auszubildenden nicht angetreten Ausbildungsverträge wurden von den Auszubildenden aufgelöst (innerhalb der Probezeit) Bürokratische Hürden zu groß bei Einstellungen von Bewerbern aus Drittstaaten* Andere Gründe *nicht aus der EU, Schweiz, Norwegen, Island und Liechtenstein der Betriebe und Stellenanzeigen in Online-Börsen auf ihren Ausbildungsbetrieb aufmerksam. Auffallend ist, dass 40 Prozent der Ausbildungsbetriebe ihre Ausbildungsplätze nicht oder nur unregelmäßig bei der Bundesagentur für Arbeit melden. Ein Grund sind unzureichende oder unpassende Vermittlungsvorschläge. Doch die Statistik soll als Grundlage für die Pläne zur Einführung einer sogenannten Arbeitsplatzumlage dienen, die selbst engagierte Ausbildungsbetriebe zahlen müssten. Passgenaues Matching in den Fokus rücken Den Unternehmen gebühre großer Dank, dass sie trotz angespannter Wirtschaftslage mehr ausbilden, sagt IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner. „Dabei braucht es statt Strafabgabe Rückenwind für die duale Ausbildung, starken Praxisbezug und eine frühzeitige Berufsorientierung an den Schulen sowie ein passgenaues Matching.“ Im Fokus müsse stehen, suchende Jugendliche mit freien Plätzen zusammenzubringen. Die IHK Berlin schickt daher Berufsorientierungsmanager an Schulen und engagiert sich bei der Praktikumswoche sowie beim elften Pflichtschuljahr für eine verlässliche Berufsorientierung. Dass zum Ausbildungsstart noch viele Ausbildungsplätze unbesetzt blieben, liege nicht am mangelnden Engagement der Betriebe, betont Dr. Christian Wolff, Geschäftsführer der Geyer Umformtechnik GmbH. Es brauche aber mehr Wertschätzung für die Ausbildungsbetriebe. Das teilt auch Dieter Mießen, Prokurist der Frisch & Faust Tiefbau GmbH: „Wenn Jahr für Jahr zahlreiche Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen und Jugendliche keine umfassende Berufsorientierung erhalten, dann ist das nicht das Versagen der Wirtschaft. Wir als Betriebe stehen bereit, aber wir können die Probleme des Bildungssystems nicht allein ausgleichen.“ ■ Manja Schreiner Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin Statt einer Strafabgabe braucht es für Unternehmen Rückenwind für die duale Ausbildung. FOTO: IHK BERLIN//OLIVER LANG; GRAFIKEN: BW (QUELLE: IHK); ILLUSTRATION: GETTY IMAGES/LEONTURA Ausbildungsbilanz | 43
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