Beim gemeinsamen Branchendialog von BauImmo- und Gesundheitswirtschaft ging es um Lösungen in Zeiten des demografischen Wandels von Tobias Rühmann Smart wohnen im Alter Wie wollen wir morgen wohnen – und wie gelingt altersgerechtes Leben in einer wachsenden Stadt wie Berlin? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des gemeinsamen Branchendialogs von Bau- und Immobilienwirtschaft sowie Gesundheitswirtschaft, den die IHK Berlin am 16. Juli im Landeskompetenzzentrum Pflege am Ernst-Reuter-Platz veranstaltete. Der demografische Wandel stellt die Hauptstadt vor große Herausforderungen: Schon in wenigen Jahren wird jeder siebte Einwohner älter als 80 Jahre sein – das sind rund 270.000 Menschen. Damit steigen die Anforderungen an entsprechende Wohnungen, quartiersnahe Versorgung und innovative Angebote erheblich. Mutige Pilotprojekte werden gebraucht Drei Best-Practice-Beispiele zeigten zur Einstimmung, wie sich Theorie und Praxis sinnvoll verbinden lassen: Prof. Dr. Arno Elmer (better@Home Service GmbH) präsentierte den Ansatz „Smart Senior Living“, der die Chancen aus Vernetzung von Real Estate, Health und Digital nutzt – etwa bei der Umwandlung von Büroflächen in seniorenfreundliche Wohnkonzepte im Quartier. Anett Hüssen, Geschäftsführerin der Hauskrankenpflege Dietmar Depner GmbH und Mitglied der Vollversammlung der IHK Berlin, zeigte anhand eines Projekts an der Bundesallee, wie ein Bürogebäude binnen weniger Monate in ein altersgerechtes Wohnheim transformiert wurde – inklusive smarter Versorgungslösungen. Jana Mrowetz, ebenfalls Mitglied der Vollversammlung sowie Geschäftsführerin von Gibe Real Estate GmbH, stellte ihr gemeinsames Projekt mit den Graft-Architekten vor, das neue Maßstäbe für generationengerechtes Wohnen setzt. Nach den Einführungen wurde es interaktiv: An drei Brainstorming-Stationen diskutierten die Teilnehmenden in Workshops. Brainstorming, Netzwerken und Austausch gingen Hand in Hand, sodass eine sehr inspirierende Dynamik entstand, die zeigte: Viele Ideen und Praxiserfahrungen liegen bereits auf dem Tisch, aber es braucht stärkere Vernetzung, mutigere Pilotprojekte und pragmatischere Rahmenbedingungen. Die Veranstaltung verdeutlichte aber auch das wirtschaftliche Potenzial der „Silver Economy“: Innovative Unternehmen, die über den Tellerrand blicken und neue Services und Produkte entwickeln, stoßen auf ein weltweites Marktpotenzial von rund 5,5 Bio. – 5.500 Mrd. – Euro allein bis 2033. ■ An Brainstorming-Stationen konnten die Beteiligten des Branchendialogs Praxiserfahrungen austauschen und neue Ideen entwickeln Tobias Rühmann, IHK-Key-Account-Manager Bau- und Immobilienbranche Tel.: 030 / 315 10-621 tobias.ruehmann@berlin.ihk.de 5,5 Bio. Euro beträgt das weltweite Marktpotenzial der „Silver Ager“ bis 2033. FOTO: TOBIAS RÜHMANN Immobilien | 39 Berliner Wirtschaft 10 | 2025
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