Björn Fromm Geschäftsführender Gesellschafter An der Freien Universität Berlin hat Björn Fromm seinen Master in Business Administration absolviert. Im Jahr 2012 gründete er die Fromm Lebensmittel GmbH, in der er heute drei Edeka-Märkte betreibt. Neben seiner Unternehmer-Tätigkeit in der Fromm Lebensmittel GmbH, zu der zwei Edeka-Märkte in Wedding und einer in Buckow gehören, engagiert sich Björn Fromm jeweils als Präsident im Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V. sowie im Handelsverband Berlin-Brandenburg e.V. Er weiß daher, wie schwer der Fachkräftemangel die Einzelhändler trifft, und befürwortet Initiativen, die mit neuen Ansätzen der Herausforderung begegnen. Berliner Wirtschaft: Können Sie sich vorstellen, künftig Fachkräfte aus Namibia einzustellen? Björn Fromm: Selbstverständlich. Wir suchen jeden Tag händeringend Mitarbeitende und auch Auszubildende. Sie spielen auf das Projekt TalentsBridge an: Ja, das ist interessant für uns. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt beschäftigt mich das Projekt aber eher in meiner Funktion als Präsident des Handelsverbands Berlin-Brandenburg. Warum? TalentsBridge ist ein sehr spannendes und herausforderndes Projekt. Aus meiner Sicht ist es ein sehr lobenswertes Engagement der IHK Berlin. Jetzt geht es auch darum, die Idee in der Berliner Wirtschaft in die Breite zu tragen. Wir unterstützen als Verband das Projekt und werden es über unser Netzwerk publik machen. Welche Reaktionen kommen aus dem Netzwerk? Das erste Feedback ist – wie so oft – sehr vielfältig. Es besteht viel Interesse, dabei zu sein. Bisher ist es ein lockerer Austausch. Das Projekt steht noch am Anfang, es kann ja heute noch keine ausge- bildeten Einzelhandelskaufleute oder Verkäuferinnen und Verkäufer für Berlin anbieten. Im Verband und unter unseren Mitgliedsunternehmen wissen wir aber: Vor zehn Jahren war es noch viel einfacher, Mitarbeiter zu finden, und es wird in den kommenden Jahren wahrscheinlich immer schwerer werden. Der Arbeitsmarkt ist sehr angespannt. Uns ist also allen bewusst: Mitarbeitende fallen nicht vom Himmel, wir müssen etwas tun. Deshalb wird die Bereitschaft für dieses Projekt immer weiter zunehmen. Worin sehen Sie die Vorzüge des Projekts in Namibia? Es ist ein Erfolg versprechender Ansatz, die Menschen bereits im Ausland auszubilden. Wir haben bisher große Probleme mit der Anerkennung von Zeugnissen und Abschlüssen, wenn Fachkräfte aus dem Ausland zu uns kommen wollen. Ich gehe davon aus, dass es im Rahmen von TalentsBridge deutlich weniger Schwierigkeiten mit der Bürokratie geben wird, wenn dabei nach deutschen Standards ausgebildet und ein IHK-Abschluss erworben wird. Und ich glaube, dass das Land Namibia gut gewählt ist, ein Land, in dem Englisch Amtssprache ist. Eine Grundverständigung ist schon mal da. Aber für Sie im Einzelhandel ist doch vor allem die deutsche Sprache wichtig. „Die Verständigung zwischen den Kulturen ist wichtig“ Björn Fromm wirbt als Präsident des Berliner Handelsverbands für das Projekt TalentsBridge. Auch als Chef dreier Edeka-Märkte kann er sich vorstellen, Fachkräfte aus Namibia einzustellen von Michael Gneuss » FOTO: AMIN AKHTAR Internationale Fachkräfte | 27 Berliner Wirtschaft 10 | 2025
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