Berliner Wirtschaft Oktober 2025

Brücken bauen nach Berlin Mit Angeboten wie TalentsBridge oder Hand in Hand for International Talents geht die IHK Berlin neue Wege, um die notwendige qualifizierte Zuwanderung voranzutreiben von Almut Kaspar Die Zahlen sprechen für sich, der Berliner Arbeitsmarkt steht unter Druck. Von den mehr als 1,8 Millionen Beschäftigten, die noch Mitte des vergangenen Jahres registriert waren, werden bis 2035 etwa 412.000 in Rente gehen. Für die frei gewordenen Stellen muss Ersatz gefunden werden. Aber schon heute klagt die lokale Wirtschaft, rund 45.000 dringend benötigte Arbeitsplätze nicht besetzen zu können. Und die Krise dürfte sich künftig noch verschärfen. Die IHK Berlin rechnet in ihrem Fach- und Arbeitskräftemonitor bis 2035 mit einem Anstieg der Zahl der offenen Stellen auf mehr als 163.000. Der kumulierte Wertschöpfungsverlust durch den massiven Fachkräftemangel könnte nach der IHK-Prognose bis dahin rund 50 Mrd. Euro betragen. „Wir müssen also rechtzeitig gegensteuern, wenn wir die Wirtschaftskraft nicht gefährden wollen“, mahnt Sebastian Stietzel, Präsident der IHK Berlin. „Die klassischen Arbeitsmarktinstrumente behalten zwar ihre Notwendigkeit, werden aber nicht ausreichen.“ Zu diesen Instrumenten gehören vor allem die Stärkung schulischer Bildung und beruflicher Ausbildung, Anreize, Teilzeitbeschäftigten eine Erwerbstätigkeit in Vollzeit zu ermöglichen, oder Maßnahmen zur Weiterbildung und Qualifizierung von Menschen, die einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen oder arbeitslos sind. Aber selbst bei optimaler Hebung der inländischen Potenziale ist die qualifizierte Zuwanderung ausländischer Fach- und Arbeitskräfte unverzichtbar. „Die IHK Berlin geht deshalb bewusst neue Wege, um unsere Unternehmen bei der Fachkräftesicherung zu unterstützen“, sagt Präsident Stietzel. „Unsere ersten Angebote wie TalentsBridge oder Hand in Hand for International Talents zeigen, dass wir nicht nur Chancen bieten, sondern auch Brücken bauen – und so Berlin als internationalen Ausbildungs- und Arbeitsstandort sichtbarer und attraktiver machen.“ Wer heute Offenheit lebe und konkrete Angebote habe, lege den Grundstein für die Innovationskraft und wirtschaftliche Stärke der Stadt von morgen. „Das Projekt TalentsBridge“, erklärt Stietzel, „eröffnet Unternehmen die Möglichkeit, gezielt junge internationale Talente zu gewinnen, die nicht nur hervorragend ausgebildet sind, sondern auch » ILLUSTRATION: ADOBE STOCK/NATALIA KOSAREVICH Internationale Fachkräfte | 19

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