Berliner Wirtschaft Oktober 2025

len und Ausweichrouten zu finden. Gerade dafür wird auch eine effektive Koordination der Maßnahmen nötig sein, die es heute leider kaum gibt. Das Projekt mit dem größten Aufregungswert ist in diesem Jahr allerdings das andere Ende der A 100. Am 27. August eröffneten Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder und Kai Wegner den 16. Bauabschnitt, an dem erst das Land und dann die Autobahn GmbH des Bundes seit 2012 gearbeitet hatten. Mit 720 Mio. Euro für 3,2 Kilometer ist er das bisher hochwertigste Autobahnstück geworden mit Tunnel- und Trogführung sowie Flüsterasphalt für den Lärmschutz und eigener Regenwasseraufbereitung. Allerdings wird Treptow erst dann deutlich vom Verkehr entlastet werden, wenn im Herbst die Elsenbrücke wenigstens zur Hälfte fertiggestellt sein wird und die einspurige Behelfsbrücke kein Nadelöhr mehr bildet. Zur Entlastung der Elsenstraße soll aber laut Senatsverkehrsverwaltung bereits kurzfristig ein Bussonderfahrstreifen eingerichtet werden. Dafür soll der Verkehr von der Autobahnabfahrt A 100 nur noch auf zwei der bislang drei Fahrstreifen bis in die Elsenstraße führen. Damit auch die City-Ost durch die Stadtautobahn vom Verkehr entlastet wird, wird auch der 17. – und zugleich letzte – Bauabschnitt gebraucht, wie Patrick Schnieder und Kai Wegner bei der Eröffnung des 16. Baubschnitts betonten. Derzeit wird an konkreten Plänen zum Weiterbau unter dem Ostkreuz und der Frankfurter Allee bis zur Storkower Straße gearbeitet. Sobald diese vorliegen, muss der Entscheidungsprozess starten. ■ Berliner Wirtschaft: Wie geht es bei Ringbahnbrücke und Westendbrücke weiter? Andreas Irngartinger: Wir haben den Auftrag für den Neubau der Ringbahnbrücke im August vergeben und wollen in der zweiten Oktoberhälfte mit dem Bau beginnen. Das Vergabeverfahren für die Westendbrücke läuft auch schon. Hier wollen wir im Herbst beauftragen und im Winter – idealerweise noch in diesem Jahr – mit dem Bau beginnen. Und wir werden schnell bauen: Die Richtungsfahrbahn Nord der A 100 im Abschnitt zwischen Messedamm und Spandauer Damm soll im Sommer 2027 wieder befahrbar sein.. Wann werden die Arbeiten am Autobahn- dreieck Funkturm beginnen? Leider können wir noch nicht sagen, wann die Arbeiten starten werden. Wir haben im April 2022 den Antrag auf Planfeststellung beim Fernstraßen-Bundesamt (FBA) eingereicht. Die Unterlagen haben öffentlich ausgelegen, betroffene Bürger und Institutionen haben Stellungnahmen und Einwendungen eingereicht, die im Frühjahr 2024 erörtert worden sind. Wir liefern Erwiderungen und Aktualisierungen zu – Herr des Verfahrens ist aber das FBA, das am Ende des Tages den Planfeststellungsbeschluss erlässt. Die A 111 steht ebenfalls vor einer umfassenden Sanierung. Wie sieht dort der Fahrplan aus? Die Sanierung der A 111 soll in drei Hauptabschnitten erfolgen: Nord 1 (Landesgrenze Berlin/Brandenburg bis nördlich des Hermsdorfer Damms), Nord 2 (nördlich des Hermsdorfer Damms bis Seidelstraße) und Mitte (Seidelstraße bis Heckerdamm). Derzeit erarbeitet die Deges Detailplanungen für die Sanierung der Abschnitte Nord 1 und Mitte. Die Detailplanung des Abschnitts Nord 2 wird nachlaufend beginnen. Eine genaue Festlegung des Starts der Sanierungsmaßnahmen hängt von den Ergebnissen der Detailplanung ab. Interview: Jens Bartels Andreas Irngartinger, Sprecher der Geschäftsführung der Deges GmbH, zu aktuellen Berliner Autobahnprojekten „Und wir werden schnell bauen“ Wurde am 4. September dem Verkehr übergeben: die Wuhletalbrücke in Marzahn Andreas Irngartinger Deges GmbH Im Ergebnis sollen alle Verkehrs- teilnehmer zügiger und sicherer durch- kommen – und das über viele Jahrzehnte. Interview Das vollständige Interview mit Andreas Irngartinger auf berliner-wirtschaft.de FOTOS: IHK BERLIN/LUTZ KADEN, DEGES AGENDA | Infrastruktur | 12 Berliner Wirtschaft 10 | 2025

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