Berliner Wirtschaft Oktober 2021
sich hingegen Roland Kurney, CFO von Takeda in Deutschland. Seit 2011 produziert der japani- sche Pharmariese im brandenburgischen Orani- enburg, ist dort mit aktuell zirka 800 Mitarbeitern zweitgrößter Arbeitgeber. Die Historie der Arz- neimittelproduktion reicht schon mehr als 135 Jahre zurück. Mehr als sechs Mrd. Tabletten und Kapseln laufen jährlich vom Band und werden überwiegend exportiert, hauptsächlich in die EU und USA. In Berlin sitzt seit 2012 die Vertriebsor- ganisation von Takeda mit etwa 450 Beschäftig- ten. „Wir haben das Beste aus beiden Welten“, so Kurney. In Berlin bestehe die Nähe zu den poli- tischen Entscheidungsträgern, in Brandenburg habe Takeda geeignete Flächen für die Arznei- mittelproduktion. Und in beiden Bundesländern profitiereman vomherausragenden Gesundheits- cluster sowie gut ausgebildeten Fachkräften. Vor zwei Jahren sei der Standort, der zu den mordernsten im globalen Take- da-Verbund gehöre, für 100 Mio. Euro – davon kamen 23 Mio. Euro aus Fördermit- teln – um ein drittes Produktionsmodul erweitert worden. „Die Zusammenar- beit mit den Behörden war vorbildlich“, unterstreicht der CFO. Mit Blick auf neue Investitionsprojekte würde der Manager einMetropolenraum-Management begrü- ßen. „Investorenwünschen sichmöglichst wenig Komplexität. Gäbe es ein Gesamt- paket aus einer Metropolregion, wäre das definitiv attraktiver als die Abstimmung mit zwei Bundesländern.“ Das gelte für praktisch alle Bereiche, angefangen von Wirtschaftsförderung, Infrastrukturaus- bau, Energie- und Klimaschutz oder etwa Außenwirtschaftsaktivitäten.“ Als Beispiel für die Infrastruktur nennt Peter Heydenbluth den BER. Als wichtigstes Infrastrukturprojekt Ost- deutschlands biete der Großflughafen erhebliche Chancen für beide Länder. „Fakt ist aber auch, dass wir bei Weitem noch nicht auf dem Stand vergleichbarer Regionen sind. Ein gemeinsames Metro- polenraum-Management muss den Nach- holbedarf vor allen in der gemeinsamen Standortpolitik, der Digitalisierung und Infrastruktur definieren und entwickeln, auch über die Einführung eines länder- übergreifenden Flächen-Monitoringsys- tems.“ Metropolregionen gebe es viele – aber es gebe nur eine Hauptstadt-Me- tropolregion. Damit ein solches Management tatsächlich etwas bewirken könne, müsse es mit Kompetenzen und Geld ausgestattet sein. Reine Informations- und Planungsgremien – wie bis- her – hälfen da nicht weiter. Von Erfahrungen anderer profitieren Welcher Weg Erfolg verspricht, haben die Indus- trie- und Handelskammern in Berlin und Bran- denburg schon eruiert. Ihr Angebot: die Erfah- rung aus der länderübergreifenden Zusammen- arbeit zu zahlreichen Themen, die Kenntnis zu den Strukturen und die bereits etablierte Zusam- menarbeit mit Politik und Wirtschaft in ein gemeinsames Metropolenraum-Management einzubringen. Wo es besser läuft? Da müssen die Befürwor- ter einer engeren Zusammenarbeit nicht lange Müslüm Yakisan Präsident Region DACH, Alstom S.A. Anfang des Jahres hat der französische Konzern Bombardier Transportation über- nommen – und damit auch die Standorte in Hennigsdorf und Berlin. Vertrieb in der Hauptstadt, Schie- nenfahrzeugproduk- tion im Umland: So ist Alstom mit insge- samt 2.500 Mitarbei- tern in der Region aufgestellt. FOTO: ARNAUD FÉVRIER/ALSTOM 26 IHK BERLIN | BERLINER WIRTSCHAFT 10 | 2021
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy ODUxMjI4