Berliner Wirtschaft Mai 2025

Der Weißgerber Lesezirkel bringt seit 1925 Magazine zu Menschen, die auf frischen Lesestoff warten – ob in Praxen oder privat von Holger Lunau Familiäre Lektüre erfolgte, ist heute nur schwer vorstellbar. Im Laufe der Jahrzehnte übernahm ein Familienmitglied nach dem anderen den Lesezirkel, zuletzt 1984 Ute Weißgerber-Knop. Um sich auch heute noch am Markt behaupten zu können, muss sich das Familienunternehmen einiges einfallen lassen. Dabei stehen Kundenservice und -zufriedenheit an oberster Stelle. Das heißt auch, den Kunden stets eine große Auswahl an aktuellen Zeitschriften zur Verfügung zu stellen sowie auf individuelle Wünsche einzugehen wie etwa das Zusammenstellen von Themenpaketen für Sportereignisse, Gesundheit oder Beauty. Und dass die Zeitschriften pünktlich und zuverlässig geliefert werden, versteht sich von selbst. Der Lesezirkel bietet gegenwärtig weit mehr als 100 verschiedene Zeitschriften an, die einzeln oder als Paket abonniert werden können. Relativ unbekannt ist, dass auch Privatpersonen Bestellungen aufgeben können. Der Vorteil ist, dass die Zeitschriften passgenau nach Hause gebracht und wieder abgeholt werden – statt überzählige Exemplare zu drucken. Das kommt auch der Umwelt zugute. ■ Ute Weißgerber-Knop führte den Lesezirkel in vierter Generation U nkenrufer haben schon vor Jahren das Sterben gedruckter Zeitungen und Magazine prophezeit. Tatsächlich gehen die Auflagen zurück, aber noch gibt es eine große und vielfältige Welt der Periodika auf Papier. Und darin hat seit nunmehr 100 Jahren der Weißgerber Lesezirkel seinen festen Platz. Das Berliner Familienunternehmen aus der Großbeerenstraße in Tempelhof-Schöneberg ist seit 1925 erfolgreich im Zeitschriftenverleih tätig und wurde 2018 an die Familie Hettling verkauft. Und so sind bis zum heutigen Tag in vielen Arztpraxen, Friseursalons oder sonstigen Praxen und Büros Magazine oder Prospekte zu finden, um Wartenden die Zeit zu verkürzen. Dabei reicht die Palette der Themen von Sport, Auto und Ernährung über Lifestyle bis Gesundheit. Gegründet wurde das Unternehmen von Emil Weißgerber, dessen Söhne Otto und Walter zogen dann von Hamburg nach Berlin um. Ihnen gelang es, andere Lesezirkel aufzukaufen und so die geschäftlichen Aktivitäten auszuweiten. Dabei bedienten sie den Wunsch vieler Berliner, möglichst preiswert viele Informationen aus allen Bereichen des Lebens zu bekommen. Dass dies anfangs mit kiloschweren Mappen per Fahrrad 100 Jahre liefert das Familienunternehmen Weißgerber Lesezirkel Gedrucktes aus allen Lebensbereichen an Praxen und Privathaushalte. FOTO: FUNKE FOTO SERVICES/SERGEJ GLANZE Berliner Wirtschaft 05 | 2025 Jubiläum | 45

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