Das in Berlin gegründete Femtec-Programm ist ein Erfolgsmodell, das MINT-Studentinnen den Weg in die Spitzen der Wirtschaft ebnet von Christian Nestler Supersmart und motiviert Gahana kannte, bevor sie aus Indien nach Deutschland kam, nur die hiesigen Automobilfirmen. Das Femtec-Programm brachte die Elektroingenieurstudentin an der Universität Stuttgart in Kontakt mit Procter & Gamble, wo sie nun als Werkstudentin ihre Masterthesis schreibt. „Es ist nicht so einfach, im Programm aufgenommen zu werden“, so Gahana. „Es ist wie ein Lottogewinn. Du bekommst großartige Karrierechancen. Ich kann das Programm nur empfehlen!“ Gahana ist bereits Programm-Alumna. Anders als die 165 Studentinnen der technisch-naturwissenschaftlichen Fächer, die sich an diesem sonnigen Freitagnachmittag im Foyer des Architekturgebäudes der TU Berlin tummeln und zu den drei aktiven Jahrgängen gehören. Heute haben sie sich in Berlin zur Femtec-Winterschool getroffen. Untereinander nennen sie sich Femteccies – und das nicht ohne Stolz. Die Femtec GmbH ist ein Gewächs der TU Berlin und der Europäischen Akademie für Frauen in Politik und Wirtschaft Berlin (EAF Berlin) und wurde 2001 als Public-private-Partnership gegründet. Das Programm ist – Erfolg macht attraktiv – längst bundesweit aktiv. Acht namhafte Universitäten zählen zum Netzwerk, etwa die Universität Stuttgart, die RWTH Aachen und die TU Dresden. Es vereint sie das Ziel, ihren besten MINT-Studentinnen den Weg in die Spitzen der Wirtschaft zu ebnen oder sie für eine wissenschaftliche Karriere zu begeistern. Unternehmensengagement lohnt sich Damit dies gelingt, müssen die richtigen Unternehmen mitziehen. Dazu zählt EnBW. Der südwestdeutsche Energieversorger ist seit 2010 Femtec-Partner. Das Engagement lohnt sich. 30 Femtec-Alumnae arbeiten inzwischen für das Unternehmen, einige in Führungspositionen. „Es ist ein super Channel, um an Talente heranzukommen“, weiß Daniela Sturm, die EnBWs Femtec-Engagement betreut. „Die Femteccies sind supersmart, motiviert und methodisch extrem stark.“ Das Lob haben sie sich verdient. Die Femteccies haben zuletzt für den Konzern eine komplexe Innovation Challenge zu Off- shore-Windparks bearbeitet. „Du kannst ihnen jedes Thema geben, sie finden eine Lösung“, fasst Sturm zusammen. Genau diese Talente will Femtec finden und fördern. „Wir achten bei der Auswahl der Stipendiatinnen unter anderem auf eine hohe Motivation, Leistungsbereitschaft sowie auf ausgeprägte kommunikative Fähigkeiten“, erklärt Marion Zeßner, Geschäftsführerin von FemChristian Nestler, IHK-Public-Affairs- Manager Gründungs- und Start-up-Politik Tel.: 030 / 315 10-286 christian.nestler@berlin. ihk.de FOTOS: FEMTEC GMBH Die Femtec-Partner P&G, EnBW, ABB, Daimler Truck, E.ON, Evonik, Porsche, Deutsche Telekom und die Fraunhofer-Gesellschaft finanzieren das Programm. Berliner Wirtschaft 05 | 2025 BRANCHEN | Förderprogramm | 38
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