Berliner Wirtschaft Mai 2025

Das Mercure Hotel Moa Berlin wird im kommenden Jahr als Independent Hotel & Eventlocation unter dem Namen Moa Berlin Gäste empfangen. Für General Manager Philip Ibrahim wird die Qualität der Ausbildung in seinem Haus daher noch wichtiger. Berliner Wirtschaft: Wie gut gelingt es Ihnen derzeit, Auszubildende für Ihr Hotel zu finden? Philip Ibrahim: Es ist nicht einfach. Wir bekommen zwar sehr viele Bewerbungen. Darunter sind aber extrem viele aus dem Ausland. Sind alle Ihre Azubistellen besetzt? Wir haben noch offene Stellen, aber wir finden auch immer wieder passende Kandidaten. Wie viele Auszubildende haben Sie? Es sind immer 30 bis 35 über alle Jahrgänge und Berufe hinweg. Die Zahl ist begrenzt durch die zehn Ausbilder, die wir haben. Uns ist wichtig, dass wir sehr gute Ausbildungen anbieten, und dafür brauchen wir sehr gute Ausbilder, die auch genug Zeit für diese Aufgabe haben. Ich denke, dass die Bedeutung der Ausbildung generell und vor allem die Qualität unserer Ausbildung für uns noch zunehmen werden. Warum? Wir haben den Franchisevertrag mit Accor zur Marke Mercure zum Ende des Jahres gekündigt und werden ab dem 1. Januar 2026 als ein sogenanntes Independent Hotel unter dem Namen Moa Berlin am Markt auftreten. Deshalb ist es uns sehr wichtig, dass unsere Azubis eine starke Bindung zu dem neuen Namen, zum Standort und zu unserem Konzept haben. Denn wir wollen sie nicht nur hier ausbilden, sondern auch halten. Sie sollen mit uns wachsen. Wir investieren eine ganze Menge in die Qualität unserer Ausbildung und sind sehr stolz, dass wir gerade erneut mit dem Dehoga-Qualitätssiegel „TOP-Ausbildungsbetrieb“ ausgezeichnet worden sind. Aktuell ist die Ausbildungsplatzabgabe ein großes Thema. Dafür wäre wichtig, dass Unternehmen noch mehr Ausbildungsplätze schaffen. Ist die Zahl der Ausbilder der einzige begrenzende Faktor? Die Ausbildungsplatzabgabe löst unsere Probleme nicht. Wir haben offene Stellen, und die sind im Moment nicht so einfach zu besetzen. Eines unserer größten Probleme ist möglicher Wohnraum. Ich glaube außerdem, dass eine Ausbildungsplatzabgabe zu einem großen bürokratischen Mehraufwand für alle Betriebe werden würde. In der Hotellerie sind wir schon durch die City-Tax erheblich mit Bürokratie belastet worden. Und Sie können sich gar nicht vorstellen, wie schwierig und langwierig es ist, die bürokratischen Hürden zu überspringen, um Menschen aus dem Ausland hier im Hotel einstellen zu können. „Bei uns gilt: Man muss Menschen mögen“ Philip Ibrahim, General Manager im Mercure Hotel Moa Berlin, sieht Ausbildung als einen zentralen Erfolgsfaktor in der Hotellerie. Er will Vorbild für die Talente in seinem Haus sein von Michael Gneuss » Die Ausbildungs- platzabgabe würde zu einem großen bürokratischen Mehraufwand für alle Betriebe werden. Philip Ibrahim General Manager, Mercure Hotel Moa Berlin FOTO: AMIN AKHTAR FOKUS | Ausbildung | 28 Berliner Wirtschaft 05 | 2025

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