Berliner Wirtschaft April 2025

Drei innovative Ansätze aus unterschiedlichen Branchen zeigen, wie sich nachhaltiges Wirtschaften umsetzen lässt von Eli Hamacher Die Zukunft liegt im Kreis Das Timing war alles andere als ideal. Anfang März 2020 gründeten Tim Breker, Sven Witthöft und Fabian Barthel die Vytal Global GmbH. Nur wenige Tage später verklärte die Weltgesundheitsorganisation Corona zur Pandemie. Entmutigen ließen sich die drei ehemaligen Unternehmensberater davon keinesfalls, zu überzeugt waren sie von ihrer Geschäftsidee: Den Take-away-Verpackungen in Gastronomie, also in Restaurants, Kantinen und Supermärkten sowie auf großen Veranstaltungen wollten sie den Kampf ansagen. Das gelang ihnen so überzeugend, dass selbst der erfolgsverwöhnte Apple-Chef Tim Cook das Trio zum Gespräch lud und sich beeindruckt zeigte. „Entscheidend für den Erfolg unseres Geschäftsmodells ist die smarte Nutzung von Technologie und Daten“, sagt Co-Gründer und Geschäftsführer Breker. Die Geschäftskunden bestellen bei Vytal Mehrweg- statt Einweggeschirr: Ansätze wie der von Vytal bringen Nachhaltigkeit in den Alltag Mehrwegbehälter, die die Endkunden dann per App oder Offline-Karte an 7.000 Abgabestellen kostenlos ausleihen und bei einem dieser Betriebe wieder zurückgeben können. Wer das Geschirr aus dem recycelbaren Kunststoff Polypropylen nicht binnen 14 Tagen zurückgibt, kann die Frist verlängern oder zahlt eine Gebühr. Ende 2024 nutzten laut Breker 680.000 registrierte Endkunden das System von Vytal. Wegwerfgesellschaft war gestern Mit seiner Dienstleistung deckt das Unternehmen den gesamten Kreislauf ab: von der Produktion der Behälter über die Auslieferung an den Kunden bis zur Wiedereinsammlung der gebrauchten Teller, Becher und Boxen und deren Reinigung. Die Wegwerfgesellschaft scheint umzudenken. „Die Bedeutung des zirkulären Wirtschaftens steigt“, beobachtet Breker. Einwegverpackungen, AltkleiFOTOS: GETTY IMAGES/ANNASTILLS, VYTAL Berliner Wirtschaft 04 | 2025

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