Berliner Wirtschaft April 2025

Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin, ein klares Zeichen für die Lebendigkeit des stationären Einzelhandels: „Ich freue mich sehr über das gute Abschneiden der Berliner Standorte, denn es zeigt, dass die Zentren weiterhin ein wichtiger Ort der Begegnung sind. Daran kann auch der Onlinehandel – noch – nichts ändern.“ Aufenthaltsqualität muss stimmen Auch die Top-Gründe für einen Innenstadtbesuch sind noch immer Shopping und Essen gehen. Die Hackeschen Höfe werden zudem häufig als Ort des Verweilens am Wochenende aufgesucht. Überdurchschnittlich viel Geld geben die Besucherinnen und Besucher der City West aus: Bei mehr als der Hälfte liegt der Einkaufswert bei über 100 Euro. Da die City West auch schon in den Jahren 2016 und 2022 an dieser Studie teilgenommen hat, zeigt der Vergleich: Die Summe der Ausgaben ist gestiegen, die Werte insgesamt haben sich verbessert. Die Schloßstraße punktet vor allem bei den Gästen mit einem guten Angebot an Bekleidungs- und Schuhgeschäften, und der Standort Hackesche Höfe wird vor allem als Erlebniswelt und Sehenswürdigkeit angesehen. Die City West profitiert vor allem von Menschen von außerhalb, die länger als zwei Stunden bleiben (65 Prozent), dafür aber seltener als quartalsweise kommen (51 Prozent). Wer die Einkaufsstraßen im Süden Berlins und in Mitte besucht, wohnt auch hier (94,7 Prozent bzw. 91,6 Prozent), kommt dafür aber auch wöchentlich (51,3 Prozent beziehungsweise 52,9 Prozent). Die Ergebnisse der IFH-Studie zeigen, dass Einkaufen zu einem Erlebnis wird, wenn die Aufenthaltsqualität gegeben ist. Bemängelt wurde an allen Standorten vor allem Sauberkeit, das Fehlen öffentlicher Toiletten und das Thema Sicherheit. Zudem wünschen sich die Besucher die Umgestaltung zu einer grüneren Innenstadt, die Aufwertung der Plätze und Maßnahmen gegen leer stehende Läden. Manja Schreiner: „Wenn Berlin das gute Niveau halten will, müssen die Herausforderungen beim Thema Aufenthaltsqualität angegangen werden. Mit dem Wettbewerb ,Mittendrin Berlin!‘ haben wir in Berlin bereits ein gutes Instrument an der Hand, um lokale Akteure zu unterstützen.“ ■ Manja Schreiner Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin Das gute Abschneiden zeigt, dass die Zentren weiterhin ein wichtiger Ort der Begegnung sind. Simone Blömer, IHK-Key-Account- Managerin Handel, Tourismus und Gastgewerbe Tel.: 030 / 315 10-432 simone.bloemer@ berlin.ihk.de FOTO: IMAGO IMAGES/JÜRGEN RITTER Warum Berlinerinnen und Berliner in die City gehen Gastronomie gewinnt weiter an Relevanz, wenn es um den Besuch einer Innenstadt geht (Mehrfachnennungen möglich, Angaben in Prozent) Das Gebäudeensemble Hackesche Höfe in Mitte zieht Einheimische wie auch Berlinbesucher an. Bei der Auswahl der Geschäfte legt der Betreiber David Kastner, Geschäftsführer der Pentanex GmbH, auf Manufakturcharakter Wert, auf Qualität und Authentizität. Was andere Berliner Einkaufsstraßen von den Höfen lernen können, wurde beim IHK-Branchennetzwerk Handel unter der Moderation von IHK-Vizepräsidentin Nicole Korset-Ristic und Simone Blömer von der IHK Berlin diskutiert. Impulse gaben Olaf Salié, Herausgeber von „Das große Buch der Manufakturen“, Jan-Henrik ScheperStuke, Inhaber von Auerbach Krawatten, Heike Friedrich, Geschäftsführerin Golem – Kunst und Baukeramik GmbH, und Jonathan Ponstingl, stellvertretender Leiter Destinationsentwicklung bei der Berlin Tourismus und Kongress GmbH. Das Fazit: Einkaufsstraßen müssen Erlebnisse schaffen, Manufakturen können dazu einen großen Beitrag leisten. Erlebnisse schaffen Lernen von den Hackeschen Höfen 57,7 % der Befragten fänden in der Steglitzer Schloßstraße Grünflächen sinnvoll, sehen aber keine Dringlichkeit dafür. 77 % der Befragten wünschen sich für die City West Maßnahmen gegen leer stehende Läden und Brachflächen. 68,1 % der Befragten sind der Meinung, dass sich das Toilettenangebot in den Hackeschen Höfen verbessern muss. Quelle: IFH Köln GmbH Hackesche Höfe Steglitz Schloßstraße City West Behörden / Arzt / Arbeit / Aus-/Weiterbildung Wohnen Dienstleistungsangebot (z. B. Friseur, Reinigung, Bank) „Verweilen“ / Sightseeing Freizeit- und Kulturangebot Gastronomie (z. B. Restaurant, Café, Bar) Einkaufen / Einkaufsbummel / Shopping 79,5 75,0 68,9 47,4 59,1 73,0 16,5 20,7 56,5 28,7 34,7 63,1 12,3 14,6 11,9 17,8 11,6 10,8 8,2 6,6 9,4 Einzelhandel | 35 Berliner Wirtschaft 04 | 2025

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