Berliner Wirtschaft April 2025

nen ja Technologien, die vor dem Vergabeverfahren nicht im Fokus standen, auch nicht zum Zuge kommen. Das setzt aber voraus, dass es Mitarbeiter in der Verwaltung gibt, die beurteilen können, welche Technologien sinnvoll sind und wirtschaftlich zum Ziel führen. Können Sie ein Umdenken und den Willen in der Politik erkennen, die Vergabeverfahren zu vereinfachen? Der Wille ist auf alle Fälle da. Wenn es wie beabsichtigt gelingt, noch vor der Sommerpause das Gesetz zur Verwaltungsmodernisierung zu beschließen und die Problematik an der Schnittstelle zwischen Senat und Bezirken zu überwinden, dann kann meiner Ansicht nach in folgenden Schritten auch die öffentliche Auftragsvergabe grundlegend reformiert werden. Grundsätzlich will das Land natürlich, dass mehr Wettbewerb entsteht – sowohl qualitativ als auch preislich. Aber dazu müssen eben die Einstiegshürden sinken. Wird sich die Situation durch die Verwaltungs- reform verbessern? Ich hoffe sehr, dass sie sich dadurch verbessert. Ich sehe die Verwaltungsreform als Basis für alle Entwicklungen und Verbesserungen im öffentlichen Bereich, ob es Entbürokratisierung, Ausschreibung oder Digitalisierung ist. Eine Strukturreform in der öffentlichen Verwaltung ist zudem auch zwingend notwendig und längst überfällig. Die bestehende Verwaltungsstruktur ist vor 105 Jahren entstanden, als Groß-Berlin gegründet wurde und die eingemeindeten Vororte weitgehende Freiheiten erhielten. Bis heute haben wir an der Nahtstelle zwischen Senat und Bezirken immense Reibungsverluste. So bekommt man kein effektives Verwaltungshandeln und auch keine konsequente und schnelle Digitalisierung. Insofern ist das Neuaushandeln der Befugnisse zwischen Senat und Bezirken der Schlüssel. Eine gute Lösung wäre ein Big Point für Berlin. Kann damit auch die Digitalisierung der Behörden voranschreiten? Für eine wirkliche Digitalisierung bräuchten alle Ämter die gleiche technische Basis. Davon sind wir weit entfernt. Und es muss auch die Organisationsstruktur geändert werden, nur dann kann konsequent digitalisiert werden – und nur dann wird der Staat überhaupt in der Lage sein, seine Verwaltungsaufgaben auch in Zukunft durchführen zu können. Wir dürfen ja nicht vergessen, dass der Staat im Zuge des demografischen Wandels weniger Mitarbeiter haben wird. ■ Heike Schöning, IHK-Public-Affairs- Managerin Innovationspolitik Tel.: 030 / 315 10-331 heike.schöning@ berlin.ihk.de Markus Krause, IHK-Public-Affairs- Manager Verwaltungsmodernisierung Tel.: 030 / 315 10-154 markus.krause@ berlin.ihk.de Berliner Wirtschaft 04 | 2025 Verwaltungsreform | 29 Von der Vision zum Projekt. 3000 Referenzen Wir beraten Sie gern persönlich. Dipl.-Ing. Fr. Bartram GmbH & Co. KG Ziegeleistraße · 24594 Hohenwestedt Tel. +49 (0) 4871 778-0 Fax +49 (0) 4871 778-105 Mail info@bartram-bau.de MITGLIED GÜTEGEMEINSCHAFT BETON im Industrie- und Gewerbebau WWW.BARTRAM-BAU.DE über Das individuelle Bau-System Entwurf und Planung Eigenes Fertigteilwerk Festpreis Fixtermin 50 Jahre Erfahrung Alles aus einer Hand

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