Berliner Wirtschaft Januar/Februar 2026

Der Stromausfall im Berliner Südwesten hat auf die Wirtschaft massive Auswirkungen. Die IHK Berlin fordert eine klare Strategie für den Schutz kritischer Infrastruktur von Holger Lunau Blackout mit Folgen genen Jahres. Damals war der Technologiepark Adlershof Angriffsziel. Dass umliegende Wohn- und Gewerbegebiete zwei Tage lang ebenfalls keinen Strom hatten, nahmen die Täter bewusst in Kauf. Und die Tat in Lichterfelde erinnert außerdem an die Brandstiftung an einer Stromtrasse unter der Mörschbrücke in Charlottenburg im Jahr 2018. Damals waren rund 400 Unternehmen und 6.500 Haushalte betroffen. Der Blackout habe die ganze Wertschöpfungskette lahmgelegt und sei ein Weckruf für mehr Schutz der kritischen Infrastruktur, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner. Jetzt müsse gehandelt werden. Es brauche Investitionen in die Resilienz der Infrastrukturen, und die Wirtschaft müsse in Krisenstäbe eingebunden werden. Berliner Unternehmen seien nicht nur Betroffene, sondern auch Partner für Lösungen. Es ginge nicht um Schuldzuweisungen, sondern um Lehren für Berlin und darüber hinaus, betonte Schreiner. „Die jüngsten Defizite im Katastrophenschutz zeigen: Berlin ist organisatorisch und strukturell nicht ausreichend vorbereitet. Jetzt braucht es eine klare Strategie zur Stärkung der Versorgungssicherheit – mit Augenmaß zwischen Transparenz und Schutzinteressen. Die Berliner Wirtschaft stehe bereit, ihren Beitrag zu leisten.“ ■ Unbekannte haben in Berlin erneut einen Brandanschlag auf eine Stromtrasse verübt und im Südwesten der Stadt für einen flächendeckenden Blackout gesorgt. Am Morgen des 3. Januar wurden über den Teltowkanal verlaufende Kabel am Kraftwerk Lichterfelde zerstört.Die Folge: In rund 45.000 Haushalten und circa 2.300 Unternehmen gingen sprichwörtlich die Lichter aus. Etwa 100 Stunden dauerte es, bis die Kabel wieder geflickt waren und Strom zu allen Kunden fließen konnte. Welcher Schaden durch diesen von den Behörden als Terrorakt eingestuften Anschlag entstanden ist, wird sich erst nach einer umfassenden Bestandsaufnahme zeigen. Experten schätzen, dass die direkten und indirekten volkswirtschaftlichen Schäden eine dreistellige Millionenhöhe erreichen könnten. Fakt ist, dass unter anderem Betriebe nicht produzieren und Büros nicht genutzt werden konnten, Supermärkte und andere Geschäfte schließen mussten und Ware wegen unterbrochener Kühlketten auf dem Müll landete. Nunmehr wurde erneut der Ruf laut, die kritische Infrastruktur besser zu schützen. Die Ermittler sehen Parallelen zu einem politisch motivierten Brandanschlag auf einen Strommast in Johannisthal im September verganHenrik Holst, IHK-Public-Affairs- Manager für Wirtschaft & Politik Tel.: 030 / 315 10-623 henrik.holst@berlin.ihk.de Blackout – was sollten Unternehmen beachten? Infos zum Ernstfall unter: ihk.de/berlin/ blackout Checkliste zur Stärkung betrieblicher Resilienz unter: ihk.de/berlin/ checkliste-resilienz FOTO: ISTOCKPHOTO Katastrophenschutz | 31 Berliner Wirtschaft 01-02 | 2026

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