dem weltweit gesuchte Lösungen durch konkrete Projekte und Produkte marktfähig gemacht werden. Dem stehen aber auch Bundesgesetze entgegen. Richtig. Die Expo-Bewerbung ist auch eine Entscheidung der Bundesregierung. Auf Bundesebene muss das Interesse bestehen, in der Bundeshauptstadt etwas voranzubringen. Aber die Voraussetzung ist natürlich, dass wir hier in Berlin auf allen relevanten Ebenen die Lust auf ein solches Event haben. Wir haben aber schon viel erreicht. Mehr als 1.000 Vereine, Verbände, Institutionen und Initiativen haben sich bereits für eine Expo ausgesprochen. Auch im Sport glauben viele, dass die Expo die bestmögliche Vorbereitung für Olympische Spiele ist. Was würde die Expo volkswirtschaftlich bringen? In Osaka sind durch die Expo Zehntausende neue Jobs entstanden. Die Unternehmensberatung PwC hat errechnet, dass eine Expo in Berlin 22 Milliarden Euro zusätzliches Bruttoinlandsprodukt in Deutschland erzeugen würde. Die Investitionsbank Berlin schätzt, dass davon zehn Milliarden in der Hauptstadtregion verbleiben würden. Das Gute: Der Impuls würde sofort anspringen, weil wir jetzt investieren, nicht erst, wenn die Expo stattfindet. Die größere Gefahr bestünde nicht im mutigen Handeln, sondern im Zögern. Wenn wir unsere Chancen jetzt nicht nutzen, riskieren wir, sie am Ende ganz zu verpassen. ■ tions- und Industrieflächen, als Büros oder Wohnungen im Vordergrund. Sie wünschen sich also mehr Tempo in der Stadt? Mir fallen unzählige Projekte in der Stadt ein, die seit Jahren nicht vorankommen. Wir wollen im Rahmen der Expo ein Innovationsbeschleunigungsgesetz haben, das ganz Berlin zu einer Sonderinnovationszone macht. Ich rede nicht nur vom ICC oder von Tegel, es geht mir auch darum, dass es generell viel einfacher wird, überall in der Stadt Projekte schnell in die Umsetzung zu bekommen, wie Solarzellen für den Balkon, Mooswände zur CO2-Aufnahme an Straßenrändern zu installieren, Trams ohne Oberleitung oder endlich für eine ausreichende E-Ladeinfrastruktur zu sorgen. Gerade bei Innovation ist doch Geschwindigkeit entscheidend. Berlin darf nicht zum Museum der Ideen werden, sondern zur Ausstellungsfläche von marktfähigen Produkten der notwendigen Transformation. Schielen Sie mit einem Innovationsbeschleunigungsgesetz nicht wieder auf öffentliche Gelder? Nein, solche Projekte scheitern sehr oft nicht am Geld, sondern an zermürbenden Genehmigungsprozessen. Wenn wir wollen, dass Staaten wie China oder die USA uns nicht überall haushoch überlegen sind, müssen wir doch endlich heute unsere Ideen und Lösungen in der Realität anwenden. Unsere gesamte Stadt kann zu einem Reallabor werden, in Gut vernetzt Kontakt zu Daniel-Jan Girl auf LinkedIn über den QR-Code: Expo 2035 | 27
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