Berliner Wirtschaft Januar/Februar 2026

Olympia, Expo, Ausbildung, Volksbegehren, Vergesellschaftung – die letzte Vollversammlung 2025 zeigte sich diskussionsfreudig von Dr. Mateusz Hartwich Weichenstellung für 2026 bung um die Olympischen Spiele priorisiere, was viele Kommentatoren als Absage an die Pläne der Expo 2035 interpretierten. Die IHK Berlin hat sich öffentlich zur Zukunftsdekade bekannt, also einer Reihe von Großveranstaltungen – neben den erwähnten etwa die Internationale Bauausstellung (IBA) – in der Hauptstadt, die einen Entwicklungsschub in der Stadtentwicklung, der Mobilität und nachhaltigen Innovationen bringen würden. In der Öffentlichkeit sei der Eindruck entstanden, dass die Wirtschaft dabei nicht mit einer Stimme spricht, bedauerte Markus Gruhn, Inhaber Markus Gruhn Immobilien e. K., in der Diskussion. Dabei ist das Bekenntnis zur Zukunftsdekade ein verbandsübergreifendes Ziel. Nicht weniger kontrovers waren die Themen im wirtschaftspolitischen Bericht der IHK-Hauptgeschäftsführerin Manja Schreiner. Die Kammern und Verbände arbeiten weiter mit Hochdruck daran, die geplante Ausbildungsplatzabgabe abzuwenden, die Unternehmen nur Bürokratie und Kosten bringen würde, aber keinen zusätzlichen Azubi. Problematisch sind aus Sicht der Wirtschaft auch die Umsetzung der Initiative „Baumentscheid“ mit Mitteln aus dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes sowie die weiteren Entwicklungen bei den geplanten Volksbegehren „Berlin Autofrei“ und „Berlin Werbefrei“. Dazu werden Arbeitsgruppen des IHK-Ehrenamtes eine Position für die Vollversammlung vorbereiten. Zu schlechter Letzt schwelt auch das Thema Vergesellschaftung von Wohnungsunternehmen weiterhin, dazu, so Schreiner, bringe das neuerliche Gutachten der Senatsverwaltung für Finanzen einen notwendigen Impuls. Angesichts der stürmischen Zeiten in der Welt seien die internationalen Aktivitäten der IHK Berlin 2025 positiv verlaufen, mit Delegationsreisen nach Tokio, Madrid, Warschau und Namibia sowie der Arbeit des International Board. Das Fokusprojekt Internationale Fachkräfte mit der TalentsBridge mache Fortschritte, erste Erfolgsmeldungen gab es auch im Hinblick auf die verbesserte interkontinentale Anbindung des Flughafens. Das Arbeitsprogramm für 2026, das die Vollversammlung letztlich mit überwältigender Mehrheit beschloss, setzt klare Schwerpunkte auf Fachkräftegewinnung, Bürokratieabbau und Standortstärkung. Auch der neue Haushalt wurde beschlossen, inklusive erster Maßnahmen zu notwendigen Sanierungsmaßnahmen am Ludwig Erhard Haus, insbesondere des Konferenzzentrums. ■ Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin der IHK Berlin, stellte den wirtschaftspoli- tischen Bericht vor Die letzte Sitzung der Vollversammlung der IHK Berlin 2025 war, wie jedes Jahr, von Resümees und Ausblicken bestimmt. Es kommt jedoch nicht häufig vor, dass das Ehrenamt der Berliner Wirtschaft ganze Jahrzehnte vorausblickt und sich dazu die anregendsten Diskussionen entwickeln. Anlass dafür waren Aussagen des Regierenden Bürgermeisters und der Innensenatorin, wonach Berlin die BewerFOTO: IHK BERLIN/INES HASENAU Vollversammlung | 13 Berliner Wirtschaft 01-02 | 2026

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